Die Geheimen Figuren der Rosenkreuzer - 6-7

Die Geheimen Figuren der Rosenkreuzer - 6-7

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Die Geheimen Figuren der Rosenkreuzer Aus den Archiven der Mysterientradition Teil 6 – Tabula Smaragdina In den bereits erschienen Abhandlung über die Geheimen Figuren der Rosenkreuzer gaben wir eine Einführung in die Hermetische Philosophie. Auch die Geheimen Figuren der Rosenkreuzer behandeln einige Tafeln unter dieser Überschrift. Wir hielten fest, dass sich ein Hermetiker der inneren Wahrheit zuwendet, weshalb man ihn auch den hermetischen Philosophen nennt. Welche innere Wahrheit ist gemeint? Wie lauten die Inhalte und Kernaussagen dieser Philosophie? Diese Fragen bekommen die Hermetiker immer wieder von dem intellektuellen Kritiker gestellt, wenn er ihnen beweisen will, wie abwegig es sei, sich mit solchen überlieferten und – wie er meint – nutzlosen Gedanken zu befassen, wie sie in hermetischen Schriften niedergelegt sind. Der Kritiker hält uns vor Augen, die moderne Wissenschaft habe uns längst bewiesen, dass es keinen schöpfenden Gott gäbe. Weswegen sollte man sich heute um eine uralte Lehre kümmern, die zudem nach Hermes benannt ist, einem längst überholten Gottesbild aus der Antike. Hierzu im Widerspruch steht die selbstsichere Behauptung der hermetischen Philosophen, die ihre Hermetik als eine Wissenschaft bezeichnen, in der die Gesamtheit der Schöpfung in ihrem göttlichen Licht erstrahlt. Diesen Konflikt kann man an dieser Stelle nicht lösen, denn er wird schnell in eine Haarspalterei ausarten, in der sich zwei Betrachtungsebenen um den Begriff Wahrheit streiten. Dem kosmischen Einheitsdenken fehlen stets die Mittel, sich in der sichtbaren Welt zu rechfertigen, denn eine geistige Schau bedient sich nicht der physikalischen Werkzeuge, die in unserer modernen Gesellschaft durch die Naturwissenschaften repräsentiert werden. Das wissenschaftliche Weltbild hat seine Berechtigung in der Form, ist also an sich nicht verkehrt, wird aber schnell hybrid, wenn es sich selbst als Wahrheit bezeichnet, obwohl es sich ausschließlich an der Illusion des Materialismus festhält, da ihm nur die fünf Sinne zur Verfügung stehen. Der Mensch besitzt jedoch zweimal fünf Finger, was bedeutet, es gibt eine zweite Einheit der fünf Sinne, nämlich schauen, fühlen, riechen, schmecken und hören auf metaphysischen Ebenen. Als Mystiker gehören die Hermetiker zu jenen Weitgewanderten und Wundersamen, die um das verborgene ewige Sein außerhalb der Zeitlichkeit wissen und sich diesem mit Hilfe der Analogie nähern. Eliphas Lévi sagt in seinen Schriften, die Analogie sei die Synthese der These „Wissenschaft und Vernunft“ und deren Antithese „Glauben und Erkenntnis (Gnosis!)“. Allein jener Adept, der das Gesetz der Analogie zu seinem eigenen Betrachtungsinstrument erklärt, kann eine intellektuelle Brücke zwischen Mensch und Gott schlagen. Er ist in der Lage, selbst erfahrene heilige Zusammenhänge in überlieferten Symbolgebäuden, Märchen und Mythen zu erkennen. Wenn er die Tragweite der Hermetischen Philosophie erfasst hat, wird der Adept zu einem Wegweiser in der Bruderkette und bedient sich ebenso der Sprache der hermetischen Philosophen, um das Wissen an die Nachfolgenden neu zu verschlüsseln und weiterzugeben. Die Themengebiete, die von der Hermetischen Philosophie als Lehrsystem umfasst werden, lassen sich klar darstellen. Es handelt Sich hier z.B. um die Zahlenlehre, die Lehre von den Vier Elementen und ihren Entsprechungen, das Zusammenwirken der Urprinzipien in der Astrologie, die Lehre von den sieben Metallen (=Planeten) und um die Gesetzmäßigkeiten für die Erschaffung der Welt, wie sie in allen Religionsmythen symbolisch aufgezeigt sind. In der hermetischen Überlieferung ist dieses Wissen um den Kern herumgebaut, der das Verborgenste schützt, das nur durch Intuition in der Meditation erfahrbar ist, es beinhaltet das Wissen über das sinnlich nicht Wahrnehmbare, welches Gott, Geist, Seele und Materie umfasst. Die richtige Art der Meditation und die damit einhergehende Entwicklung der Intuition basiert auf der uralten Tradition der stufenweisen Einweihung,

die in den Mysterienbünden zu jeder Zeit praktiziert wird. Das Wissen um