Felidae idioma original

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Akif Pirinçci

Felidae Roman

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Für Uschi und Rolf, die Besten! Und Cujo und Pünktchen, die Schärfsten!

Umwelthinweis: Dieses Buch und der Schutzumschlag wurden auf chlorfrei gebleichtem Papier gedruckt. Die Einschrumpffolie - zum Schutz vor Verschmutzung ist aus umweltfreundlicher und recyclingfähiger PE-Folie. Ungekürzte Buchgemeinschafts-Lizenzausgabe der Bertelsmann Club GmbH, Gütersloh der Buchgemeinschaft Donauland Kremayr & Scheriau, Wien des Deutschen Bücherbundes, Stuttgart und der angeschlossenen Buchgemeinschaften Copyright © by Wilhelm Goldmann Verlag GmbH, München Umschlag- und Einbandgestaltung: Erich Gebhardt Druck und Bindung: Mohndruck Graphische Betriebe GmbH, Gütersloh Printed in Germany - Buch-Nr. 02012 3

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„Gott machte das Wild des Feldes nach seinen Arten, das Vieh nach seinen Arten und alles Gewürm auf dem Erdboden nach seinen Arten. Und Gott sah, dass es gut war.“ Das Buch Genesis Die Welt ist eine Hölle! Was für eine Rolle spielt es, was in ihr passiert? Sie ist derart gestaltet, dass ein Leid ein anderes nach sich zieht. Seit die Erde existiert, findet auf ihr eine Kettenreaktion des Leidens und des Grauens statt. Aber vielleicht ist es anderswo nicht besser, auf den fernen Planeten, Sternen und Milchstrassen ... Wer weiß? Die Krönung all der Hässlichkeiten dieses Universums und der unbekannten Universen ist jedoch mit ziemlicher Sicherheit der Mensch. Die Menschen, sie sind so ... Sie sind böse, gemein, verschlagen, selbstsüchtig, habgierig, grausam, wahnsinnig, sadistisch, opportunistisch, blutdürstig, schadenfroh, treulos, heuchlerisch, neidisch und - ja, das vor allem strohdumm! Die Menschen, so sind die Menschen. Doch was ist mit den anderen?

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Erstes Kapitel Wenn Sie meine Geschichte tatsächlich hören wollen - und ich empfehle Ihnen eindringlich, sie zu hören -, so müssen Sie sich zunächst mit dem Gedanken vertraut machen, dass Sie keine angenehme Geschichte hören werden. Im Gegenteil, die mysteriösen Geschehnisse, durch die ich mich im vorigen Herbst und Winter hindurchquälen musste, ließen mir endgültig bewusst werden, dass Harmonie und ein geruhsames Leben selbst für meinesgleichen eine Angelegenheit von kurzer Dauer sind. Heute weiß ich, dass vor dem allgegenwärtigen Horror niemand verschont bleibt und dass das Chaos jeden Augenblick über uns alle hereinbrechen kann. Doch bevor ich Gefahr laufe, einen langweiligen Vortrag über die finsteren Abgründe unseres Daseins zu halten, erzähle ich sie besser, die Geschichte - eine traurige und eine böse Geschichte. Alles begann mit dem Einzug in dieses verdammte Haus! Das, was ich im Leben am meisten hasse, und, da ich der Reinkarnationstheorie in meinen philosophischen Stunden zu glauben geneigt bin, auch in meinen früheren Leben gehasst haben muss, sind Umzüge und alles, was damit zusammenhängt. Schon die geringste Unregelmäßigkeit in meinem Alltag lässt mich in einen tiefen Brunnen voller Depressionen stürzen, aus dem ich nur mit viel Selbstüberwindung herauszuklettern vermag. Aber mein einfältiger Lebensgefährte Gustav und seinesgleichen würden am liebsten jede Woche das traute Heim wechseln. Sie machen einen verrückten Kult um das Wohnen, ziehen sogar Fachzeitschriften zu Rate (die sie zu weiteren Umzügen regelrecht anstacheln), veranstalten bis in die tiefe Nacht hinein hitzige Debatten über Inneneinrichtungen, geraten sich wegen der gesundheitsverträglichen Form einer Klobrille in die Haare und halten stets Ausschau nach neuen Domizilen. In den Vereinigten Staaten soll ein Mensch im Laufe seines Lebens bis zu dreißigmal den Wohnort wechseln. Dass er dabei irreparablen Schaden an seinem Verstand nimmt, steht für mich außer Zweifel. Ich erkläre mir diese schlechte Angewohnheit so, dass diesen bemitleidenswerten Trotteln die innere Ruhe fehlt und sie diesen Mangel durch unentwegten Behausungswechsel wettzumachen versuchen. Also nichts anderes als eine ausgereifte Zwangsneurose. Denn der Schöpfer aller Din